03 – Kulfan


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Create Date 9. May 2017
Last Updated 9. May 2017
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Die Stech-Fichte wurde lokal in zentraleuropäischen Wäldern als Ersatzbaumart für die Gemeine Fichte gepflanzt, wo die Aufforstung mit Picea abies nicht erfolgreich war. Dies galt beispielsweise für die Immissionsgebiete. Die Stech-Fichte zeichnete sich durch eine gute Gesundheit aus, ohne wesentliche Beeinträchtigungen durch Insekten.

In zwei zentraleuropäischen Gebirgen – in den Westlichen Karpaten (Gebirge Veporské vrchy, Zentralslowakei) und in dem Herzynischen Gebirge (Elbsandsteingebirge – De˘c˘ínská vrchovina, NW Böhmen) wurde die Gemeinschaft der Schmetterlinge, deren Raupen sich auf der Stech-Fichte (Picea pungens) und der Gemeinen Fichte (Picea abies) entwickeln, untersucht. Die Studie zielte auf folgende Fragestellungen ab: (1) Stimmen die Schmetterlingsgesellschaften von P. pungens und P. abies überein; (2) Kommen in den Untersuchungsgebieten an P. pungens Schmetterlinge vor, die aus nordamerikanischen Waldökosystemen eingeschleppt wurden (z.B. Coleotechnites piceaella); (3) wirkt sich die Pflanzung der Stech-Fichte in zentraleuropäischen Wäldern auf die Schmetterlingsgemeinschaft der Gemeinen Fichte aus.

Während der Vegetationsperiode (2006 in den Westlichen Karpaten, 2007 in dem Herzynischen Gebirge) wurden die Raupen von den Fichtenzweigen mittels Klopfschirme gesammelt. Überwinternde Raupen (oder die sich aus ihnen entwickelnden Schmetterlinge) wurden mit Hilfe von Photoeklektoren erfasst. Im März 2008 wurden die Zweige von den Fichten abgenommen und im Labor in Photoeklektoren gebracht. Die in den Fangdosen erfassten Raupen bzw. Imagines wurden determiniert.

Von P. pungens wurden insgesamt 998 Raupen (bzw. die sich aus ihnen entwickelnden Schmetterlinge) und von P. abies 860 gewonnen. Die Fauna der Schmetterlinge beider untersuchter Fichtenarten stimmte weitgehend überein. Auf jeder Fichtenart wurde die gleiche Anzahl an Schmetterlingsarten (31) festgestellt. Obwohl die Artenspektren der Schmetterlinge auf den untersuchten Fichtenarten nicht identisch waren, entwickeln sich alle von der Stech- Fichte gewonnenen Arten in Zentraleuropa auch auf der heimischen Gemeinen Fichte. Als auffälligste Unterschiede zwischen beiden Fichtenarten wies die Stechfichte eine sehr niedrige Anzahl an Knospenminierern (Gattung Argyresthia, Familie Yponomeutidae) und eine signifikant höhere Abundanz an Raupen auf, die Nadeln zusammenspinnen (Familien Batrachedridae, Gelechiidae und Tortricidae). Auf unseren Untersuchungsflächen wurde an P. pungens keine vom Nordamerika eingeschleppte Schmetterlingsart nachgewiesen. Unsere Ergebnisse belegen, dass die Diversität der Schmetterlinge, die sich in den zentraleuropäischen Wäldern auf der Gemeinen Fichte entwickeln, nur gering durch die Pflanzung der Stech-Fichte beeinflusst werden.

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