03 – Kappler


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Create Date 9. May 2017
Last Updated 9. May 2017
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Für die Planung von Standorten für Bioenergieanlagen ist die Kenntnis um die an einem bestimmten Ort mobilisierbare Brennstoffmenge von großer Bedeutung. So wurde im Rahmen einer Analyse untersucht, wie sich das wirtschaftlich verfügbare Wald- Energieholzaufkommen und dessen Bereitstellungskosten frei Waldstraße bzw. Bioenergieanlage für Baden-Württemberg darstellen.

Die gemeindespezifische Darstellung erfolgte unter Einsatz eines geografischen Informationssystems, wobei differenzierte Kostensätze und ortspezifische Gegebenheiten (Tab. 1) mit berücksichtigt wurden. Entsprechend der unterschiedlichen ortspezifischen Geländeverhältnisse zeigt sich dabei ein sehr differenziertes Bild (Abb. 1). Für die Bereitstellung von Hackschnitzel aus Wald- Energieholz ergibt sich ein durchschnittlicher Kostensatz in Baden- Württemberg von rund 85 €/Mg TM frei Waldstraße.

Ausgehend von einem Marktpreis für Großabnehmer von rund 60 €/Mg TM (frei Waldstraße) könnten in Baden-Württemberg schätzungsweise 0,6 Mio. Mg TM an Wald-Energieholz – das sind rund 27 % des abgeschätzten Gesamtaufkommens in Höhe von 2,2 Mio. Mg TM – tatsächlich mobilisiert bzw. bereitgestellt werden. Wie die räumliche Verteilung des bei diesem Preis mobilisierbaren Aufkommens zeigt, erweisen sich Gebiete als vorteilhaft, die zwar nur über relativ geringe Waldflächenanteile verfügen, dort aber aufgrund geeigneter Geländeverhältnisse kostengünstig Wald- Energieholz bereitgestellt werden kann (Abb. 2).

Die Analysen zeigten zudem, dass ein Anstieg des Marktpreises (für Großabnehmer) um 10 bis 20 €/Mg TM zu einer sprunghaften Zunahme des mobilisierbaren Aufkommens führen könnte (Abb. 3). Eine Untersuchung dreier exemplarisch ausgewählter Standorte ergab Bereitstellungskosten ab ca. 70 €/Mg frei Anlage (Tab. 2). Zu diesem Preis kann allerdings nicht an jedem Standort die gleiche Aufkommensmenge bereitgestellt werden.

In Anbetracht der gewonnenen Ergebnisse erscheinen unter den gegenwärtigen technisch und insbesondere ökonomischen Rahmenbedingungen für Baden-Württemberg sehr viel weniger Standorte (Abb. 4) für größere Biomasseheizkraftwerke (Anlagenleistung ≥20 MWth, Einzugsgebietsradius ca. 25 km) geeignet zu sein, als gemeinhin angenommen. In der Folge davon wird ein Großteil des Wald-Energieholzaufkommens weiterhin ungenutzt im Bestand verbleiben.

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