04 – Weiner


TitelMethodische Überlegungen zur Ableitung von Z-Baum-Zahlen in Plenterwäldern
AutorP. WEINER, H. SPIECKER und P. DUNCKER
HeftAFJZ 2010 - Heft 5&6
File Size1.73 MB
Create Date9. May 2017
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Zusammenfassung

Auch in Plenterwäldern sollte sich die Pflege auf eine begrenzte Zahl von Bäumen konzentrieren. Deshalb befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Bestimmung der Z-Baum-Anzahl im Plenterwald. Ausgehend von den Beobachtungen zweier Plenterwaldversuchsfelder im Schwarzwald, wurde zunächst die Z-Baum-Anzahl für diese beiden Versuchsfelder, einen so genannten Bauholzplenterwald (Feld 15/2) beziehungsweise Starkholzplenterwald (Feld 15/3) hergeleitet. Dies erfolgte getrennt für die beiden Baumarten Tanne und Fichte. Da angenommen wird, dass die Z-Bäume auswahl- und behandlungsbedingt die Durchmesserstufen schneller durchlaufen als das Gesamtkollektiv, wurde der Durchmesserzuwachs jener Bäume retrospektiv über die Durchmesserstufen verfolgt, die im Zieldurchmesserbereich noch vorhanden waren. Aufgrund des Durchmesserzuwachses dieser Bäume und den daraus resultierenden Durchlaufzeiten durch die Durchmesserstufen ließ sich der jährliche Anfall an Bäumen im Zieldurchmesserbereich und somit der Anfall an hiebsreifen Z-Bäumen berechnen. Mit diesem jährlichen Anfall steht die Größe des „Flusses“ fest, der sich durch die Durchmesserstufen bewegen muss, damit nachhaltig eine konstante Anzahl an Z-Bäumen je Zeiteinheit anfällt. Die Geschwindigkeit dieses „Flusses“ ergibt sich aus den entsprechenden Durchlaufzeiten durch die einzelnen Durchmesserstufen. Für den Bauholzplenterwald ergaben die Berechnungen rund 160 und für den Starkholzplenterwald rund 75 Z-Bäume je Hektar.

Da sich die beiden Felder des Bauholz- und Starkholzplenterwaldes sowohl hinsichtlich der Vorratshaltung als auch der angestrebten Zieldurchmesser unterschieden, konnten keine unmittelbaren Schlüsse über den Einfluss dieser Merkmale auf die Z-Baum- Anzahl gezogen werden. Daher wurden auf Grundlage des Datenmaterials der beiden Felder acht unterschiedliche Zieldurchmesserund Vorratsvarianten (Vorrat 310 VfmD.m.R. je Hektar und Ziel- BHD 50, 60, 70, 80 cm, sowie Vorrat 450 VfmD.m.R. je Hektar und Ziel-BHD 50, 60, 70, 80 cm) modelliert. Ausgehend von der jeweiligen Baumzahl im Zieldurchmesserbereich wurde für jede Variante die Z-Baum-Anzahl hergeleitet. Bei gleichem Zieldurchmesser steigt die Z-Baum-Anzahl je Hektar mit der Vorratshaltung. Mit Zunahme des Zieldurchmessers sinkt die Anzahl je Hektar in beiden Vorratshaltungen. Entsprechend verhält es sich mit dem jährlichen Anfall an Z-Bäumen, bzw. mit der Anzahl jährlich neu auszuwählender Z-Bäume je Hektar.

Auf Grundlage bonitätsabhängiger Durchmesserzuwachskurven (PRODAN, 1949a) wurde die Z-Baum-Anzahl für fünf Bonitätsstufen bei zwei unterschiedlichen Vorratshaltungen und jeweils vier unterschiedlichen Zieldurchmessern modelliert. Der jeweilige Vorrat soll dabei über die Bonitäten gleich bleiben. Da im Plenterwald zumindest die stärkeren Bäume bei höheren Bonität höher, bei geringerer niederer sind, muss die Baumzahl mit besserer Bonität absinken und bei geringeren Bonitäten zunehmen, damit der Vorrat konstant bleibt. Der Volumenzuwachs der Versuchsfläche (der beiden Felder 15/2 und 15/3) entsprach im Mittel der letzten 56 Jahre mit rund 12 VfmD.m.R. je Jahr und Hektar der Bonität III nach PRODAN (1949a). Deshalb wurden die id-Werte der Versuchsfläche als Bonität III festgelegt und von diesen ausgehend für die übrigen Bonitäten dieselben prozentualen Zu-/Abnahmen unterstellt wie bei PRODAN. Für bessere Bonitäten ergaben sich, bezogen auf Bonität III, niederere, für geringere Bonitäten höhere Z-Baum-Zahlen je Hektar. Der jährliche Ausstoß an Z-Bäumen nimmt mit höherer Bonität zu, die Produktionszeit ab, dasselbe gilt invers für geringere Bonitäten.

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