02 – Seho


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Create Date 9. May 2017
Last Updated 9. May 2017
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Die vorliegende Arbeit stellt die Ergebnisse der ersten Zwischenauswertung eines Schwarzkiefer-Provenienzversuchs in Baden-Württemberg vor. Dieser Provenienzversuch mit vier verschiedenen Provenienzen wurde an drei unterschiedlichen Standorten auf Karbonatgestein angelegt. Zum Anbau kamen Saatgut aus Bosnien, Österreich, Italien und Korsika.

Die Anlage erfolgte 1962. Die Auswertung basiert auf dem Zeitraum ab 1991 bis zur letzten Aufnahme im Jahr 2008 und bezieht vier periodische Aufnahmen ein. Bei der letzten Aufnahme hatten die Bestände ein Alter von 49 Jahren erreicht. Im Vordergrund der vorliegenden Arbeit stehen insbesondere die Höhenwuchsleistung der vier Provenienzen, sowie die erzielte Gesamtwuchsleistung. Die aus den Auswertungen abgeleiteten Schlussfolgerungen können allerdings nur vorläufigen Charakter haben, da die aktuelle Auswertung bislang erst einen Zeitraum von 18 Jahren abdeckt:

Die untersuchten Schwarzkiefer-Provenienzen unterscheiden sich eindeutig in ihrem Höhenwachstum (Tabelle 2, Abbildung 2). Dabei weist die korsische Provenienz signifikant überdurchschnittliches Wachstum auf, während sich die drei anderen Provenienzen bezüglich des Höhenwachstums nicht signifikant unterscheiden. Umgekehrt liegt die korsische Provenienz bezüglich der Durchmesserentwicklung signifikant unter den Durchmesserwerten, die die anderen Provenienzen in Beständen identischer Höhe erreichen (Tabelle 4, Abbildung 3). Überdurchschnittliches Höhenwachstum in Verbindung mit einem unterdurchschnittlichen Durchmesserwachstum weist darauf hin, dass sich die Allokationssymmetrien der korsischen Schwarzkiefer von denen der drei anderen Provenienzen unterscheiden. Als Folge der unterschiedlichen Allokationssymmetrien resultiert für die korsische Schwarzkiefern-Provenienz eine abweichende Wuchsleistung: die bei identischen Bestandeshöhen erreichte Gesamtwuchsleistung an Grundfläche liegt signifikant unter den Werten der drei anderen Provenienzen (Tabelle 4, Abbildung 3). Die korsische Schwarzkiefern-Provenienz weist somit ein geringeres Ertragsniveau auf als die drei anderen Provenienzen. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, für höhenabhängige Wachstumsgänge dieser Provenienz eigene Wachstumsmodelle zu entwickeln, während nach den Ergebnissen dieser Untersuchung die drei anderen Provenienzen hierfür offenbar zusammengefasst werden können.

Zusätzlich zur Wachstumsanalyse der Schwarzkiefer-Provenienzen erfolgte ein orientierender Vergleich mit dem Wachstum der Waldkiefer. Hierfür wurden neben Versuchsflächen auch Ertragstafelwerte herangezogen. Hierbei ergeben sich klare Hinweise darauf, dass die Waldkiefer bei gleicher Bestandeshöhe sowohl hinsichtlich der Entwicklung des Durchmessers als auch der Grundflächen- Gesamtwuchsleistung deutlich unter allen vier untersuchten Schwarzkiefern-Provenienzen liegt (Abbildung 6). Vor diesem Hintergrund wird klar, dass es bei der Veranschlagung von Wachstumsgängen in Schwarzkieferbeständen im Anhalt an die Waldkiefer zu stark fehlerhaften Ergebnissen kommen muss. Für eine zutreffende Abschätzung sind vielmehr zwingend spezifische Schwarzkiefer-Wachstumsmodelle erforderlich.

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