02 – Glaeser


TitelZur historischen Entwicklung des Baumartenbestandes von Hartholz-Auenwäldern – dargestellt am Beispiel des Leipziger Auenwaldes
AutorJ. GLAESER und P. A. SCHMIDT
HeftAFJZ 2007 - Heft 5&6
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Create Date12. July 2017
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Zusammenfassung

Die Analyse der historischen Entwicklung zeigt, dass der Baumbestand des Leipziger Auenwaldes Jahrhunderte lang sowohl von natürlichen als auch anthropogenen Faktoren bestimmt wurde. Quercus robur war das wichtigste Bauholz sowie Grundlage für die Loheichengewinnung und Schweinemast, was zu einer gezielten Förderung der Stiel-Eiche weit über den natürlichen Anteil hinaus führte. Im 17. und 18. Jahrhundert begünstigten stark aufgelichtete und übernutzte Mittelwälder das Aufkommen von Populus tremula. Nach dem Übergang zur Hochwaldbewirtschaftung nahm die Zitter-Pappel in den folgenden Jahrhunderten nur noch sehr geringe Anteile ein. Bedingt durch tief greifende hydrologische Veränderungen in der Aue und den Wechsel der Betriebsart breiteten sich Acer pseudoplatanus und Fraxinus excelsior seit dem Ende des 19. Jahrhunderts großflächig im Leipziger Auenwald aus. Die Gewöhnliche Esche und der Berg-Ahorn konnten als ursprünglich im Leipziger Auenwald vorkommende Baumarten nachgewiesen werden. Neu tritt Acer platanoides seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Leipziger Auenwald auf. Zur Erhaltung der Biodiversität des Leipziger Auenwaldes und von Beständen mit Auenwaldcharakter ist eine waldbauliche Behandlung erforderlich. Neben einer ökologisch orientierten Bewirtschaftung bisheriger Hochwaldsysteme mit Beibehaltung der Baumartenvielfalt und Förderung der Anteile für den Hartholz-Auenwald typischer Arten wie Quercus robur oder Ulmus minor wird für ausgewählte Auenwaldbereiche die Wiedereinführung des Mittelwaldes empfohlen.

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