01 – Schwarzbauer


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Create Date 30. October 2016
Last Updated 30. October 2016
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Die vorliegende Untersuchung verfolgt das Ziel einer Bestandsaufnahme des bisherigen langfristigen Angebotsverhaltens der österreichischen Forstwirtschaft um primär aktuelle Veränderungen und Entwicklungstendenzen aufzuzeigen.
Für den Zeitraum von 1971(74) bis 2010 konnten drei Eigentumsarten (Kleinwald <200 ha, private Betriebe >200 ha und die ÖBf AG) nach verwendungsorientierten (Sägerundholz, Industrieholz, Brennholz) Gesichtspunkten analysiert werden. Aus den Ergebnissen lassen sich mehrere interessante Veränderungen und Erkenntnisse ableiten:
Die Einführung der Profilzerspanertechnologie in der Sägeindustrie hat das Angebotsverhalten maßgeblich und nachhaltig verändert hat, da seither Schwachholzsortimente verstärkt als Sägerundholz angeboten werden.
Der steigende Energieholzbedarf hat ebenfalls zu Anpassungen des Verhaltens der forstlichen Akteure geführt. Die Intensivierung der energetischen Nutzung von Holz hat in den letzten Jahrzehnten den Anteil der Nadelbrennholznutzung an der gesamten Nadelholznutzung deutlich erhöht und bei allen Eigentumskategorien eine Erhöhung der Preiselastizität bewirkt. Im Gegensatz zu den Betrieben und den ÖBf AG ist aufgrund des hohen Eigenbedarfs die marktkonforme Brennholznutzung im Kleinwald bisher noch am wenigsten ausgeprägt. Beim Sägerundholzangebot reagiert der Kleinwald nach wie vor am preiselastischsten von allen Eigentumsarten.
Als Folge des Strukturwandels in der Land- und Forstwirtschaft konnte mit den vorliegenden Daten und Methoden jedenfalls keine Änderung des Angebotsverhaltens festgemacht werden. Die Wirkung der Entwicklung des landwirtschaftlichen Produktionswerts auf das Angebotsverhalten im Kleinwald deutet jedenfalls auf die klassische Sparkassenfunktion des forstwirtschaftlichen Betriebszweiges bzw. Waldes in österreichischen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben hin.
Das Angebotsverhalten scheint bisher nicht durch die im zeitlichen Verlauf stattfindende Erhöhungen der Schadholzanfälle verändert worden zu sein, obwohl typische Mengenanpassungen in diesem Zusammenhang klar erkennbar sind. Möglicherweise ist der Spielraum für Verhaltensanpassungen hier bereits limitiert.

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