01 – Kaetsch


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Create Date 17. May 2017
Last Updated 17. May 2017
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Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der Messung und Analyse von Reflexionsspektren von Buchenblättern mit Hilfe von Laborgoniometrie. Ziel der Untersuchungen war es, Unterschiede im Reflexionsverhalten der Blätter von unterschiedlichen Waldstandorten zu identifizieren. Die Klärung dieser Fragen wird im Hinblick auf die wachsende Verfügbarkeit von hyperspektralen Bildaufzeichnungen in der forstlichen Fernerkundung und den damit verknüpften Erwartungen als notwendig und wichtig erachtet.

Untersucht wurden Buchenblätter von zwei unterschiedlichen Waldstandorten, nämlich einerseits einem gut bis sehr gut versorgten Kalkstandort im südlichen Niedersachsen und andererseits einem schwächer versorgten Buntsandsteinstandort im nördlichen Hessen. Die Blattproben wurden sowohl einer chemischen Analyse als auch spektralen Analysen mit Hilfe eines Laborgoniometers unterzogen. Die Auswertung der Reflexionsspektren ergab im Durchschnitt deutlich erkennbare Unterschiede im Reflexionsverhalten der Blätter von unterschiedlichen Standorten (Abb. 3, 4). In einigen Wellenlängenbereichen traten Unterschiede zwischen den Reflexionswerten beider Standorten von bis zu 45% auf. Bei Betrachtung einzelner Blätter finden sich diese Unterschiede allerdings nicht uneingeschränkt wieder. Vielmehr schwanken die Spektren im Einzelfall stark und die Datenbereiche von beiden Standorten überlappen sich (Abb. 5). Auch bei Betrachtung einzelner Ausschnitte der Spektren und Berechnung verschiedener Indexwerte lassen sich deutliche Unterschiede feststellen, die jedoch bei Betrachtung einzelner Blätter ebenfalls großen Schwankungen unterliegen. Damit bestätigen sich die Ergebnisse anderer Untersuchungen, bei denen bestimmte pflanzenphysiologische Eigenschaften lediglich zu statistischen Unterschieden in den jeweiligen Reflexionsspektren führen. Offenbar überlagern zufällige Einflüsse das sonst auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten beruhende Reflexionsverhalten von Blattorganen. Im Hinblick auf die Übertragung der im Labor gewonnenen Daten auf die im Rahmen der Fernerkundung herrschenden Verhältnisse stellt sich nun die Frage, ob die mit der hyperspektralen Fernerkundung verbundenen hohen Erwartungen mindestens für forstliche Fragestellungen gerechtfertigt sind.

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