04 – Zang


TitelZur Baumarteneignung bei Klimawandel: Ableitung der Trockenstress- Anfälligkeit wichtiger Waldbaumarten aus Jahrringbreiten
AutorCHRISTIAN ZANG, ANDREAS ROTHE, WENDELIN WEIS und HANS PRETZSCH
HeftAFJZ 2011 - Heft 5&6
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Create Date5. November 2016
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Zusammenfassung

Im Rahmen des Klimawandels wird die Zunahme von Frequenz und Intensität extremer Witterungsereignisse prognostiziert. Derartige Extremereignisse wie z.B. Trockensommer haben auch erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Anbaueignung der heimischen Baumarten. Ziel der vorliegenden Studie ist deshalb, mittels Jahrringuntersuchungen die Reaktion von Fichte, Kiefer, Tanne, Douglasie, Buche und Eiche auf Trockenheit zu analysieren um daraus Empfehlungen für die forstliche Praxis abzuleiten.

Als Datengrundlage dienen Jahrringserien von über 1400 Bäumen von 48 Waldstandorten in ganz Bayern und angrenzenden Gebieten. Der Zusammenhang zwischen Wachstum und Standortsfaktoren wurde mit verschieden statistischen Verfahren analysiert. Neben einfachen deskriptiven Verfahren wie Jahrringbreite oder Sensitivität wurden komplexe Klima-Wachstums- Beziehungen und Weiserjahr-Analysen durchgeführt und die klimatische Limitierung des Baumwachstums in Abhängigkeit von Baumart, Großklima und Standort analysiert. Für alle Standorte wurde der Bodenwasserhaushalt modelliert, um neben klimatischen Größen auch den Einfluss des Bodens mit zu berücksichtigen.

Von den untersuchten Baumarten reagierte die Fichte am stärksten auf Trockenheit. Der Zuwachsrückgang war am stärksten in den wärmeren und trockeneren Gebiete in Nordbayern (Abbildung 1). Die Eiche zeigt eine standortsübergreifende Überlegenheit gegenüber allen anderen untersuchten Baumarten in Bezug auf Trockentoleranz. Tanne, Kiefer, Douglasie und Buche reagierten schwächer als Fichte aber stärker als Eiche.

Überraschend ist die hohe Variabilität der Reaktion auf Trockenheit sowohl auf Bestandes- als auch auf Einzelbaumebene (Abbildung 3), die ein hohes Anpassungspotential der Populationen im Rahmen ihrer genetischen Diversität nahe legt. Diese große Variabilität des Zuwachses erschwert die Ableitung klarer klimatischer Schwellenwerte (vergleiche Abbildung 2) und erklärt auch, warum Bäume einer Art unter ähnlichen Standortbedingungen sehr unterschiedlich reagieren können. Empfehlungen für die zukünftige Anbaueignung der Baumarten sind somit nur auf einer breiten Datenbasis sinnvoll.

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