04 – Overbeck


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Create Date 30. October 2016
Last Updated 30. October 2016
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Natürliche Anpassungsprozesse von Waldökosystemen können die Auswirkungen des projizierten Klimawandels nicht hinreichend kompensieren, sodass die Waldfunktionen mittelfristig durch adaptierte waldbauliche Maßnahmen aktiv gesichert werden müssen.
Anhand einer 50-jährigen Simulation des bestehenden Waldbauprogramms der Niedersächsischen Landesforsten und zwei kontrastierenden Nutzungsszenarien werden die Auswirkungen unterschiedlicher Anpassungsmaßnahmen auf die Struktur des Waldes projiziert, sowie ihre Effizienz im Hinblick auf eine Risikominderung analysiert.
Für die Modellregion niedersächsischer Harz werden Risiken durch Wasserdefizit, Borkenkäferbefall und Windwurf unter Verwendung statistischer Modelle auf Bestandesebene quantifiziert. Durch die differenzierte Schätzung einzelner Risikokomponenten können standortsabhängige Risikoprofile unterschieden werden. Anschließend wird eine Methodik vorgestellt, wie Risikoprofile in konkrete waldbauliche Anpassungsmaßnahmen umgesetzt werden können.
Alle drei Nutzungsszenarien führen gegenüber heute zu stabileren Bestandesstrukturen. Die beiden alternativen Nutzungsszenarien haben im Vergleich zum bestehenden Waldbauprogramm eine weitere Reduzierung des Risikos und einen höheren periodischen Gesamtzuwachs zur Folge. Unter den idealisierten Bedingungen der Szenariosimulation ist es möglich, die strukturarmen Fichtenwälder der Modellregion innerhalb von 50 Jahren zu diversifizieren und dadurch zu stabilisieren. Maßnahmen zur Verringerung des Risikos, wie beispielsweise die Reduzierung der Zielstärke führen in den ersten 20 Jahren der Simulation zu sehr hohen Nutzungssätzen und erheblichen Eingriffen in die Vorratsstruktur. Demgegenüber würde ohne adaptierte Maßnahmen der Aufbau risikoanfälliger Stark- und Altholzvorräte an Fichte stehen. Durch die Szenariosimula tionen wird offensichtlich, dass eine großräumige Umwandlung der Fichtenbestände innerhalb von 50 Jahren auf Grund des hohen Arbeitsvolumens nur mit sehr hohem Aufwand zu realisieren ist. Um Risiken, die sich aus dem Klimawandel ergeben, zu verringern, sollten daher waldbauliche Anpassungsmaßnahmen auf hoch risikobehaftete Bereiche konzentriert werden.
Der vorgestellte Ansatz dient als konzeptionelle Grundlage zur Überprüfung bisheriger Waldbaustrategien und erweitert zukünftige strategische Waldbauplanungen um quantitative Komponenten im Bereich der Risikoerfassung.

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