04 – Hein


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Create Date 10. May 2017
Last Updated 10. May 2017
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Die Sandbirke [Betula pendula Roth, „Birke“] dominiert oft nach wenigen Jahren Jungbestände, die auf Sturmwurfflächen entstehen. Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten zur Wertholzproduktion mit der Birke unter diesen Bedingungen. Auf 41 temporären Birken-Versuchsflächen in Südwestdeutschland (Baden-Württemberg, Saarland; Abb. 1, Tab. 1) mit trupp-, bis horstweise beigemischten Birken wurden Kronendurchmesser, Kronenansatzhöhe, Baumhöhe und Brusthöhendurchmesser sowie Höhen- und Durchmesserentwicklung anhand von Stammanalysen erfasst (Gesamtumfang: 514 Bäume). Die Ergebnisse zeigen, dass eine Wertholzproduktion neben den standörtlichen Anforderungen auch den besonderen Wachstumsgang der Birke berücksichtigen muss: Höhenwachstum und damit Kronenausdehnungsvermögen lassen ab einem Alter von ungefähr 25 Jahren stark nach (Abb. 2, Tab. 4). Zieldurchmesser von deutlich über 45–50 cm sind daher aus zwei Gründen nur auf besten Standorten angebracht: Zum einen lässt das Durchmesserwachstum rapide mit dem Baumalter nach und kann selbst mit starken Freistellungen nur in sehr begrenztem Umfang gesteigert werden (Abb. 4). Außerdem steigt mit höherem Alter auch die Gefahr einer entwertenden Farbverkernung (Abb. 6, 7; Tab 7a,b). Die Birke zeigt eine verlangsamte natürliche Astreinigung: Zwar sterben die Äste frühzeitig ab (Abb. 5, Tab. 6). Sie werden jedoch nur verzögert abgeworfen und bewirken damit eine lange Totastzone. Zur Wertholzproduktion ist deshalb eine frühzeitige Ästung unbedingt notwendig. Ein dem Wachstumsgang der Birke angemessenes Waldbaukonzept zur Wertholzproduktion erfordert eine möglichst frühe Freistellung der Birkenkrone, um das standörtlich maximale Dickenwachstum zu erzielen. Pflegekonzepte mit längerer Qualifizierungsphase im Dichtstand sind dagegen kontraproduktiv, da bei der Birke die mit fortschreitendem Alter rasch nachlassende Wuchsleistung durch spätere starke Freistellungen nicht mehr kompensierbar ist. Empfohlen wird eine Ästung auf 5 m. In Verbindung mit einer möglichst frühen, ausgesprochen starken Freistellung von 95–120 Z-Bäumen/ha lässt sich dann ausreichend astfreies Wertholz mit Zieldurchmesser von 45–50 cm in Produktionszeiten von maximal 50–55 Jahren erzielen, für das noch kein deutlich erhöhtes Risiko entwertender Farbverkernung zu befürchten ist.

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