04 – Ammer


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Create Date 12. July 2017
Last Updated 12. July 2017
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In einem 99-jährigen Fichtenaltbestand im bayerischen Tertiärhügelland (Höglwaldexperiment) wurde 21 Jahre nach Kalkung (1984 mit 4 t/ha Dolomit) eine erneute Beprobung der Lumbricidenfauna und von Bodenparametern (pH, Basensättigung, C:N, C-Speicherung) in der organischen Auflage und im obersten Mineralboden (0–5 cm Tiefe) einer ungekalkten und einer gekalkten Fichtenfläche durchgeführt. Zur Abschätzung des Baumarteneinflusses auf gleichem Standort wurde zudem eine direkt angrenzende Buchenfläche untersucht. Nach der Kalkung hatten sich Abundanz und Biomasse vervielfacht. Nach nunmehr 21 Jahren hat sich die Regenwurmlebensgemeinschaft auf der gekalkten Teilfläche sowohl hinsichtlich der Gesamtabundanz als auch der -biomasse der ungekalkten Kontrollfläche wieder angenähert. Auch die Artzusammensetzung auf der gekalkten Fläche glich sich den Verhältnissen auf der ungekalten Vergleichsparzelle wieder an, auf der die epigäische Art Dendrobaena octaedra deutlich dominierte. Gesamtabundanz, -biomasse und Artenzusammensetzung der Regenwürmer waren eng mit dem pH-Wert verbunden. Die Kohlenstoffvorräte in der Humusauflage haben sich auf der gekalkten Fläche im Vergleich zur Kontrolle nahezu halbiert. Auf der gekalkten Fläche sind noch 19.5 t C ha–1 gegenüber 38.1 t C ha–1 auf der Kontrolle gespeichert. Etwa 13.5 t ha–1 C wurden dabei veratmet, während der geringere Anteil in den Mineralboden verlagert wurde. Der vor allem aus Regenwurmkot bestehenden Horizont Olu (lu von Lumbricus) bildet immer noch den Hauptanteil der Humusauflage auf der gekalkten Fläche. Im Vergleich zum Beginn der Kalkung wurden die Nahrungsressourcen der Humusauflage für die Regenwürmer durch Veratmung (C-Verbrauch) und Umgestaltung (Bildung von Regenwurmkot) der Auflage größtenteils verbraucht. Während die Abundanz der Regenwürmer im Buchenbestand in der gleichen Größenordnung wie unter Fichte lag, war die Regenwurmbiomasse dort wegen des höheren Anteils von Lumbricus rubellus statistisch signifikant höher als auf den Fichtenparzellen. Darüber hinaus war die Artenzusammensetzung deutlich zugunsten von Dendrodrilus rubidus und Lumbricus rubellus verschoben. Dieser Befund geht einher mit unter Buche höheren pH-Werten und einer höheren Basensättigung sowie geringeren C:N Verhältnissen in der organischen Auflage.

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