03 – Staubendahl


TitelSchätzung von Überlebensfunktionen der Hauptbaumarten auf der Basis von Zeitreihendaten der Rheinland-Pfälzischen Waldzustandserhebung
AutorKAI STAUPENDAHL und WALTER ZUCCHINI
HeftAFJZ 2011 - Heft 7&8
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Create Date5. November 2016
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Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der mit ihm erwarteten Zunahme von Kalamitäten steigt der Bedarf der Forstplanung nach praktikablen Ansätzen zur Beschreibung naturaler Produktionsrisiken. Über - lebensfunktionen, die die Wahrscheinlichkeit liefern, dass ein Bestand mindestens ein bestimmtes Alter erreicht, könnten hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Allerdings liegen für den mitteleuropäischen Raum bisher nur wenige Untersuchungen vor, die die Überlebensfunktionen für größere Gebiete und Zeiträume baumarten- und standortsspezifisch parametrisieren. In dieser Arbeit wurden daher am Beispiel von Rheinland- Pfalz erstmalig die flächenrepräsentativen und für relativ lange Zeiträume zur Verfügung stehenden Zeit - reihendaten der bundesweiten Waldzustandsinventur mit Hilfe der Überlebenszeitanalyse ausgewertet. Die auf dieser Basis für die Hauptbaumarten(gruppen) geschätzten Kaplan-Meier-Funktionen zeigen die für Waldbestände typischen, mit dem Alter zunehmenden Ausfallwahrscheinlichkeiten, wobei erwartungsgemäß die Fichte mit einer Überlebenswahrscheinlichkeit von 73% im Alter 100 am stärksten durch Kalamitäten gefährdet ist. Die Weibull-Verteilung erwies sich für alle Baumartengruppen als geeignetes Modell zur parametrischen Beschreibung der Überlebenszeiten. Die exemplarische Einbeziehung von Standortvariablen für die Fichte in Form eines Accelerated Failure Time Modells zeigte grundsätzlich plausible Zusammenhänge; problematisch ist hierbei allerdings die gleichzeitige Betrachtung unterschiedlicher Kalamitätsarten. Zur Ver - meidung dieser Probleme und Verbesserung der auf Waldzustandsinventuren basierenden Überlebensmodelle wird vorgeschlagen, eine möglichst genaue und weiter differenzierte Ansprache der Entnahmegründe für nicht mehr vorhandene Probebäume anzustreben. Die Anwendung der hier vorgestellten Methodik auf die WZEDaten weiterer Bundesländer erscheint in jedem Fall lohnenswert.

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