03 – Schweier


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Create Date 30. October 2016
Last Updated 30. October 2016
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Die Anpflanzung von Kurzumtriebsplantagen (KUP) erscheint durch ihr großes Potenzial zur schnellen und effizienten Produktion von Biomasse eine Möglichkeit, den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch zu erhöhen. Die vermehrte Nutzung heimischer Energieträger bedeutet zusätzliche Einkommensquellen im ländlichen Raum und mehr Unabhängigkeit von Lieferengpässen in Krisen oder von Preissteigerungen für fossile Energieträger.
Innerhalb der Prozesskette der Bewirtschaftung sind die Holzernte und Bereitstellung der Biomasse der größte, aber auch der unsicherste Kostenfaktor. Eine hoch - mechanisierte Ernte lohnt sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht immer (PALLAST et al., 2005). Es sind dazu Maschinen nötig, über die der Landwirt oft nicht verfügt, da er sie für die konventionelle Landwirtschaft nicht benötigt oder nur temporär ausleiht (BEMMANN et al., 2010). Gleichzeitig ist die KUP-Erntetechnik jedoch auch als Dienstleistung insbesondere in Südwestdeutschland nicht flächendeckend verfügbar (WIRKNER, 2010). Die Flächen sind in diesen Regionen oftmals steil, kleinflächig und zersplittert. Aus diesem Grunde entscheiden sich Landwirte dafür, die Ernte motormanuell in Eigenleistung durchzuführen. Da bisher wenige Erfahrungen zur motormanuellen Beerntung von KUP vorliegen, lassen sich die Produktivität und die zu erwartenden Kosten schlecht abschätzen.
Mit Hilfe von eigenen Arbeitszeitstudien und Auswertungen von Literaturangaben war es möglich, Leistungskennwerte zur manuellen Ernte zu erfassen und diese mit realistischen Kostenwerten zu beziffern. Die mit der Motorsäge durchschnittlich erreichte Fällleistung war in den eigenen Zeitstudien vergleichbar hoch wie die Leistungsangaben aus der Literatur (im Mittel 1,3 tatro h–1) (Tab. 2, Tab. 5). Auffallend war eine geringere Fäll - leistung bei der Weide verglichen zur Pappel, was auf eine höhere Anzahl an Stockausschlägen zurückzuführen sein könnte (im Mittel 1,5 Triebe pro Wurzelstock). Gleichzeitig war ein Wechseln der Motorsägenkette häufiger notwendig und der Anteil an Reparatur und Wartung der Motorsäge war bei der Weide höher als bei der Pappel, was auf die Dichte des Holzes und einen höheren Rindenanteil zurückzuführen sein könnte. Für das Rücken ergaben sich im Mittel Leistungen von 2,3 tatro h–1. Beim Hacken wurden höhere Leistungen als in der Literatur ermittelt (9,1 tatro h–1 gegenüber 2,1 tatro h–1), was durch das Verwenden von krankbeschickten und leistungsstarken Hackern sowie die Vorkonzentartion des Materials auf Polter zu erklären ist.
Da viele Landwirte bei der KUP-Ernte bevorzugt Eigenleistung einbringen und dafür oft nur Teilkosten kalkulieren, wurden bei den Kostenkalkulationen drei Varianten berechnet, indem für die Hauptarbeitskraft alternative Stundensätze von 0, 15 oder 35 h–1 zu Grunde gelegt wurden. Zusätzliche Hilfskräfte wurden einheitlich mit je 10 h–1 und die Motorsägenbetriebsstunde mit 3,73 h–1 kalkuliert.. Daraus ergeben sich unterschiedlich hohe Erntekosten pro Tonne Hackschnitzel (Tab. 5, Abb. 1).
Die durchschnittlichen Gesamtbereitstellungskosten liegen zwischen 67 tatro –1 wenn das Fällen durch Eigenleistung erfolgt (0 Stundensatz) und 94 tatro –1 bei 35 als Stundensatz beim Fällen, wodurch das Fällen zum größten Kostenfaktor an den Gesamtkosten wird. Kann dieser hohe Stundensatz durch das Einbringen von Eigenleistung reduziert werden, so ist das Rücken die teuerste Position. Durch händische Vorkonzentration des Ernteguts mittels zusätzlicher Hilfskräfte à 10 h–1 konnte die Leistung des nachfolgenden Rückeschleppers erhöht werden und die Gesamtkosten dadurch gesenkt werden (z.B. Studie III).

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