03 – Gehlken


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Create Date 3. July 2016
Last Updated 27. July 2016
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In Naturschutz, Landschaftspflege und Waldbau gibt es eine sehr klare Vorstellung davon, wie ein Waldrand idealerweise ausgebildet sein sollte. Er hat aus den Ele menten Krautsaum, Strauchmantel und einer Traufbzw. Übergangszone zu bestehen. Diese Elemente sind jeweils mehrere Meter breit und möglichst mosaikartig verflochten. In der realen Landschaft sind solche Wald - ränder allerdings nur sehr selten zu finden. Es wird daher der Frage nachgegangen, woher dieses festgefügte Bild vom ‘idealen Waldrand’ kommt. In der Literatur gibt es dazu meist gar keine Angaben oder nur recht knappe und vage Andeutungen. Diese bestehen aus dem Verweis auf reale Waldrandzonierungen, auf Waldränder in der Naturlandschaft oder auf die Beschaffenheit der Waldränder in der historischen Kulturlandschaft. Vereinzelt wird außerdem auf ästhetische Motivationen verwiesen, so dass die Suche nach Vorbildern für den ‘idealen Waldrand’ auf die Kunst ausgedehnt wurde.
Die Überprüfung der Quellen zeigt, dass reale Wald - ränder nur sehr selten die ‚ideale‘ Zonierung aufweisen. Sie sind üblicherweise sehr schmal und steil. Das gilt sehr häufig auch für natürliche Waldränder z.B. an Gewässern oder Felskanten. Auch ein historischer Rückblick liefert keine Hinweise auf eine ehemals ausgedehnte strauch- und saumreiche Ausdehnung der Ränder. Waldränder waren unter flächendeckender Beweidung der Landschaft möglicherweise weniger scharf aber in der Regel ohne Sträucher und Säume und damit weit entfernt vom ‚idealen Waldrand‘. Diesen findet man dagegen regelmäßig in der romantischen Landschaftsmalerei und erst recht im Landschaftspark. Offensichtlich waren die hier tradierten ästhetischen Motive konstituierend bei der ‘Erfindung’ des idealen Waldrandes. Die Eignung dieses imaginären Leitbildes als konkretes Vorbild für die praktische Waldrandgestaltung ist daher äußerst fraglich.

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