03 – Ensinger


Titel„Und wenn’s ’ne tote Wühlmaus ist“: Zyklische und lineare Zeitkonzepte in der Nationalparkdebatte Nordschwarzwald und in der Wahrnehmung von Wald
AutorKERSTIN ENSINGER, STEPHANIE BETHMANN, MATTHIAS WURSTER, ANDY SELTER und KERSTIN BOTSCH
HeftHeft 9&10
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Create Date3. July 2016
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Zusammenfassung

Der vorliegende Artikel beleuchtet anhand der Ergebnisse einer Medienanalyse zum geplanten Nationalpark im Nordschwarzwald und der Datenanalyse qualitativer Befragungen kulturelle Bedeutungen von Wald. Dabei wird auf das Phänomen Zeit fokussiert, weil dieses sowohl in individuellen Wahrnehmungen als auch in politischen Darstellungen der Beziehung von Mensch und Wald eine zentrale Rolle spielt. In den Mediendiskursen zum Nationalpark wird Wald entweder in Relation zu einem linearen Modell fortschreitender Zeit gesetzt (s. Abb. 1) oder er symbolisiert eine „natürliche“, zyklische Zeit (s. Abb. 2). In den Einzelinterviews spielt Wald als Ort eines besonderen Zeiterlebens in vielen unterschiedlichen Erzählfiguren eine Rolle. Sie verweisen insgesamt auf den Wald als eine gesellschaftliche Ressource, die einem durch exogene Zeitgeber und Stress geprägten Alltag entgegensetzt wird (s. Abb. 3). Konvergenzen und Divergenzen medialer und alltäglicher Waldbilder eröffnen für die Forstpolitik Anknüpfungsmöglichkeiten, um Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abzustimmen, plausibilisieren und legitimieren zu können. Indem man die vielfältigen kulturellen Bedeutungen von Wald berücksichtigt, wird man dem Umstand gerecht, dass die „Sache“ Nationalpark vor allem ein emotionales Thema ist. Voraussetzung ist ein Wissen über das „Bedeutungsrepertoire Wald“, das wie im Falle der hier vorgestellten Studie mithilfe von Interdisziplinarität und Methodentriangulation erarbeitet werden kann.

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