03 – Dirsch


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Create Date 12. July 2017
Last Updated 12. July 2017
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Vorliegender Artikel versucht, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Forstbetriebsplanung in Deutschland zu leisten. Hierzu wurde ein im englischsprachigen Raum bereits etabliertes Optimierungsverfahren, die lineare Programmierung, eingesetzt, um die Auswirkungen unterschiedlicher Vorratshaltungen zu analysieren. Aus der Analyse resultieren Opportunitätskosten, die mit einem Abweichen vom Vorratsoptimum verbunden sind. Das Untersuchungsobjekt war ein vergleichsweise wuchskräftiger Teil des gräflichen Forstbetriebes Arco Zinneberg in Tschechien. Zunächst wurden 13 großflächige Bestandestypen ausgewiesen. Für diese Bestandestypen wurden basierend auf Stichprobenflächen repräsentative Modellbestände generiert. Mit Hilfe des Wachstumsmodells Silva 2.2 wurden dann Prognosen der Bestandesentwicklung über 30 Jahre erstellt. Holzanfall und verbleibender Bestand wurden sortiert und mit aktuellen Holzpreisen und Ausgaben für die Aufarbeitung bewertet. Dann wurden eine Zielfunktion zur Maximierung der Barwerte der Deckungsbeiträge sowie verschiedene Restriktionen (Mindesteinnahmen, Maximaleinschläge) formuliert. Anschließend wurde mit Hilfe der linearen Programmierung eine optimale Zuordnung der jeweiligen Einreihungs- und Durchforstungsflächen zu den Bestandestypen und Zeitperioden vorgenommen. Es zeigte sich, dass eine rein finanziell orientierte Planung ohne Restriktionen zu einer unrealistischen Diskontinuität der Holzanfälle führt, da hiernach – abgesehen von den Beständen in der Jugendphase – alle Bestände in der ersten Periode einzuschlagen wären. Durch die Hinzunahme von Restriktionen konnte die Planung realistischer gestaltet werden. Die Analyse verschiedener Vorratshaltungen, die mittels Restriktionen erzwungen wurden, ergab ein Kostenminimum im Bereich eines Holzvorrates von 280 Efm/ha. Dies ist ein Wert, der etwas unter dem bisherigen Niveau des Holzvorrates liegt (320 Efm/ha). Zu beachten ist, dass bei dieser Kalkulation das Risiko außer Acht gelassen wurde. Eine Einbeziehung des Risikos hätte sicher ein tendenziell niedrigeres Vorratsniveau zur Folge gehabt.

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