02 – Weltecke


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Create Date 5. November 2016
Last Updated 5. November 2016
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Durch die Befahrung von Waldböden ändern sich wichtige Standortseigenschaften. Insbesondere werden Belüftungsstörungen durch eine Verringerung des Luftporenvolumens und der Porenkontinuität verursacht, die zu einem Rückgang der Bodenaktivität, des Wurzelwachstums und der Baumvitalität führen. Bodenschutz muss daher ein zentrales Ziel nachhaltiger Forstwirtschaft sein. In der Praxis ändern sich mit neuen Holz - ernteverfahren bzw. neuen Befahrungsrichtlinien immer wieder die Anforderungen an die Feinerschließung. Häufig werden neue Rückegassen ohne Rücksicht auf die bestehende Feinerschließung angelegt, so dass es zu einer Akkumulierung von verdichteten Flächen kommt.

Eine Möglichkeit, die Neubefahrungsrate zu minimieren und so bislang ungestörte Waldböden vor einer Verdichtung zu schützen, ist die Integration alter Befahrungslinien in neue Erschließungskonzepte. Voraussetzung dafür ist das Auffinden alter Befahrungslinien.

Um zu prüfen, ob und wie bereits befahrene Flächen identifiziert werden können, wurde auf elf Unter - suchungsstandorten in Niedersachsen und Sachsen- Anhalt geprüft (Tab. 1), ob strukturgestörte Böden über das Mikrorelief, die feldbodenkundliche Ansprache des Verformungsschadens, die CO2-Konzentration in 5 cm Tiefe, die Durchwurzelung und die Bodenvegetation im Gelände von ungestörten Böden abgegrenzt werden können (Tab. 2).

Die Untersuchungen ergaben, dass anhand des Mikroreliefs nur an annähernd der Hälfte der Untersuchungspunkte die Befahrungssituation sicher angesprochen werden konnte. Durch eine feldbodenkundliche Ansprache des Verformungsschadens konnten besonders auf schluffigen und tonigen Standorten Bodenstrukturstörungen, die auf Befahrungen zurückzuführen sind, identifiziert werden (Fig. 3). Auch die etwas aufwendigere Analyse der CO2-Konzentration in der Bodenluft eignet sich zur Bestimmung von Belüftungsengpässen, auch wenn Tages- und Jahresschwankungen berücksichtigt werden müssen (Fig. 2, Tab. 7).

Über den Vergleich von Bodenverformung, CO2-Konzentration und Bodenvegetation konnte nachgewiesen werden, dass es auf strukturgestörten Waldböden zu einer Veränderung der Pflanzenartenzusammensetzung kommt: Auf strukturgestörte Bereiche weisen Nässe-/ Feuchtezeiger und Ruderalarten wie Carex remota, Carex sylvatica, Deschampsia cespitosa, Holcus lanatus, Impatiens noli-tangere, Juncus effusus und Urtica dioica hin, wenn sie außerhalb ihres üblichen Vorkommensgebietes auftreten. Als Indikatorpflanzen für ungestörte Bereiche konnten hingegen folgende Arten identifiziert werden: Dryopteris carthusiana, Dryopteris dilatata, Euphorbia amygdaloides, Naturverjüngung von Fagus sylvatica und Fraxinus excelsior, Geranium robertianum, Gymnocarpium dryopteris und Melica uniflora (Fig. 6, 8, 9 und 10; Tab. 5, 6 und 9; Appendix).

Mit der kombinierten Ansprache von Bodenvegetation, Mikrorelief und feldbodenkundlichen Verformungsschaden können alte Befahrungen schnell und sicher identifiziert werden. Die ebenfalls geeignete Methode der Bestimmung der CO2-Konzentration der Bodenluft dürfte aufgrund des erforderlichen Equipments nur in Einzelfällen zur Anwendung kommen.

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