01 – Göttlein


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Create Date 5. November 2016
Last Updated 5. November 2016
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Blatt- und Nadelspiegelwerte sind seit Jahrzehnten eine wichtige Grundlage zur physiologischen und ökologischen Interpretation des Ernährungszustandes von Einzelbäumen und von Waldbeständen. VAN DEN BURG (1985, 1990) enthält die größte Datensammlung zur Ernährung mitteleuropäischer Waldbaumarten (Abb. 2), gegliedert nach der physiologischen Interpretation in Mangel-, Normal und Überschussbereiche (Abb. 3). Auf Basis der von VAN DEN BURG handschriftlich erstellten, mehr als 700 Seiten umfassenden Literaturzusammenstellung wurde zunächst für die mitteleuropäischen Hauptbaumarten eine Datenbank mit 4066 Datensätzen erstellt. Nach einer Ausreißerbereinigung (Abb. 4) wurden aus dieser Ernährungsdatenbank mit Hilfe statistischer Verfahren neue Ernährungskennwerte für die forstlichen Hauptbaumarten hergeleitet.

Hierbei wurde insbesondere das Ziel verfolgt, eine im Vergleich zum Waldbodenbericht (WOLFF und RIEK, 1997) verbesserte Referenz für die BZE II (Bodenzustandserhebung) zu schaffen. Die aus dem Datensatz von VAN DEN BURG (1985, 1990) abgeleiteten Grenzwerte wurden daher mit den bisher häufig in Deutschland verwendeten Kennwerten des Waldbodenberichts abgeglichen. Für die Hauptbaumarten Waldkiefer und Fichte konnten nach Jung- und Altbäumen differenzierte Ernährungsstufen abgeleitet werden (Tab. 1 bis 2). Es zeigt sich, dass die Blatt- und Nadelspiegelwerte von Jungbäumen bei den Hauptnährelementen häufig höher liegen als bei Altbäumen (z.B. Tab. 1, Teil 1 und 2). Für die beiden Eichenarten Stiel- und die Traubeneiche konnten differenzierte Kennwerte bestimmt werden, welche mit Standortspräferenzen beider Arten korrespondieren (Tab. 4 und 5). Für die Weißtanne (Tab. 6), die Europäische Lärche (Tab. 7), den Bergahorn (Tab. 8) und die Esche (Tab. 9) stehen nun ebenfalls Ernährungskennwerte zur Verfügung.

Insgesamt konnten damit bisherige für die BZE I vorhandene Grundlagen (WOLFF und RIEK, 1997) wesentlich erweitert und präzisiert werden. In den meisten Fällen wird der Normalbereich der Baumernährung enger gefasst als von WOLFF und RIEK (1997), daraus folgt eine vorsichtigere Interpretation der Baumernährung als bisher. In einem Anwendungsbeispiel (Abb. 1, Abb. 6) zu den Kaliumspiegelwerten von Fichten- und Eichenbeständen auf Schottern der Lechterrassen konnte gezeigt werden, dass die neuen Ernährungsstufen tatsächlich plausiblere Bewertungen erlauben. Die Vorlage der neuen Ernährungskennwerte für die forstlichen Hauptbaumarten in Mitteleuropa soll zu einer weiteren Vervollständigung und Prüfung von Ernährungsstufen anregen.

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