02 – Reimoser


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Create Date 3. July 2016
Last Updated 27. July 2016
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In einem rund 1.000 ha großen Untersuchungsgebiet im südlichen Wienerwald, nahe der österreichischen Hauptstadt Wien, wurden für den Zeitraum 1891 bis 2009 langfristige Entwicklungen der Jagdstrecke von 25 Wildarten(-gruppen), Lebensraumveränderungen sowie Änderungen der Jagdgesetzgebung und der jagdlichen Einstellungen untersucht und miteinander in Beziehung gebracht.

Als Hauptursachen für langfristige Änderungen der Jagdstrecke (Arten, Stückzahl) stellten sich – je nach Tierart unterschiedlich – positive oder negative Lebensraumveränderungen (Tab. 3, Abb. 6) sowie Änderungen der jagdlichen Einstellung und der Krankheitsvorbeugung heraus. Für die Erklärung der Zusammenhänge spielten die Entwicklungen im Großraum (über das Untersuchungsgebiet hinausgehend) eine maßgebliche Rolle. Die beiden Weltkriege und die unmittelbare Nachkriegszeit bewirkten starke Einbrüche in der Jagd - strecke (Wilderei, gesetzliche Abschussbeschränkungen, etc.), initiierten aber auch die nachfolgenden Bestrebungen zur Wildbestandes-Aufhege, die besonders bei den Schalenwildarten erfolgreich waren. Einen kurzfristigen Streckeneinschnitt brachte der Atomreaktorunfall in Tschernobyl (1986). Änderungen der Schon- und Schusszeiten zeigten nur bei wenigen Arten einen Zusammenhang mit der langfristigen Streckenentwicklung (z.B. Wildschwein, Tab. 4).

Die jährliche Artenanzahl des zur Strecke gekommenen Wildes war bis zum Ersten Weltkrieg etwa doppelt so hoch wie danach und hat sich dann bis heute wenig verändert (Abb. 3). Bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts dominierten an der Jagdstrecke Hasen, Krähen und Greifvögel, nachher Rehwild; Schwarzwild kam neu hinzu und hat erst in den letzten zwei Jahrzehnten stark zugenommen (Abb. 4).

Die jährliche Gesamtanzahl der zur Strecke gekommenen Tiere liegt hingegen heute auf etwa gleichem Niveau wie vor rund 120 Jahren (Abb. 1), war aber dazwischen wesentlich geringer (Minimum bei ca. 20%, Einfluss der beiden Weltkriege). Deutlich angestiegen ist die Schalenwildstrecke, von durchschnittlich 28 Stück pro Jahr im Zeitraum 1891 bis 1910 auf 69 Stück im Zeitraum 1990 bis 2009. Die Biomasse der Schalenwildstrecke (kg/Jahr) liegt heute etwa doppelt so hoch wie vor 120 Jahren (Tab. 1 und 2, Abb. 2).

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