02 – Leinemann


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Create Date 29. October 2016
Last Updated 29. October 2016
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In Thüringen wurden 13 Vorkommen von S. latifolia agg. und 2 Referenzkollektive aus S. aria und S. torminalis mit insgesamt 94 Proben untersucht. In einem der Vorkommen wurde eine Vollinventur durchgeführt. Neben den Altbäumen erfolgte bei diesem Vorkommen die Untersuchung von 10 Individuen der Naturverjüngung und 21 Samen aus Einzelbaumnachkommenschaften. Die Analysen wurden mit Mikrosatelliten durchgeführt, dabei wurde sowohl biparental vererbte Kern- als auch maternal vererbte Chloroplasten-DNA untersucht. Die Analysen der Kern-DNA ergaben mit einer Ausnahme keine Hinweise auf Polyploidie. Die genetische Differenzierung (PT) der Gruppen insgesamt ist hoch. Dabei beträgt die genetische Variation zwischen den Gruppen für die cpDNA 65% und 37% bei der Kern-DNA. In einer Hauptkomponentenanalyse (Abb. 1) auf der Basis von cpDNA und Kern-DNA Variation bilden sich zwei deut - liche Gruppen, die wesentlich auf die Differenzierung der cpDNA Haplotypen zurückzuführen sind. S. aria zeigt ausschließlich den Haplotypen S9 und S. torminalis die Haplotyp S14 und S22. Neben Hybridgruppen, die ausschließlich den S. aria Haplotypen S9 aufweisen, sind auch solche zu finden, die nur den S. torminalis Haplotypen S14 aufweisen (Tab. 3). Die Analyse der Kern-DNA untermauert den Hybridstatus der botanisch charakterisierten Hybriden (Abb. 2, Abb. 4). Am Kern- Genort MSS16 zeigen S. aria und S. torminalis vollständige Differenzierung indem die Allele 142, 144 und 146 nur bei S. aria vorkommen, größere Fragment sind ausschließlich bei S. torminalis zu finden. Bis auf zwei Ausnahmen besitzen alle Hybriden jeweils ein Allel von S. aria und eins von S. torminalis Allele (Abb.3). Es handelt sich damit wahrscheinlich um primäre Hybriden.
In einem Vorkommen wurden alle Altbäume (19) und die vorhandene Naturverjüngung (10) untersucht. Alle besaßen denselben Genotyp (Tab. 4) Insgesamt konnten nur wenige vitale Samen für die Analysen gewonnen werden (<20%), dies ist möglicherweise bedingt durch Inkompatibilität aufgrund klonaler Inzucht. Die Annahme klonaler Reproduktion durch Apomixis konnte für 81% der untersuchten Samen widerlegt werden, da diese genetisch hochvariabel waren. Der Genfluss von außerhalb liegt minimal bei 57%. Obwohl genetisch variables Saatgut erzeugt wird, scheint das Vorkommen ausschließlich aus klonaler Reproduktion entstanden zu sein.

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