05 – Dieter


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Create Date 30. October 2016
Last Updated 30. October 2016
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Mittelfristig ist von einer deutlich höheren Knappheit an Nadelholz in Deutschland auszugehen. Der Rückgang wird zu höheren Preisen für den Rohstoff Holz führen und damit, ceteris paribus, die Wettbewerbs - fähigkeit der betroffenen Branchen verschlechtern. Der Nadelholzanteil an der stofflichen Nutzung dominiert derzeit mit über 90%. Von der Verknappung werden damit nahezu alle Unternehmen des Clusters Forst und Holz betroffen sein. Mit zwei einander ergänzenden komparativ-statischen Ansätzen wird untersucht, wie die Produktpreise der unterschiedlichen Sektoren von dieser Entwicklung betroffen sein werden.
Als möglicher Anhaltspunkt für den Anstieg der Preise für Nadelrohholz wird ein Szenario betrachtet, in dem unterstellt wird, dass die Inlandsnachfrage zu 50% über Einfuhren gedeckt werden muss (Einfuhrszenario). Im Hinblick auf die auch in vielen anderen Ländern Europas zu erwartenden Versorgungslücken wird ein Bezug aus Übersee angenommen. Für diese 50%ige Import - versorgung werden die zusätzlichen Transportkosten abgeschätzt und auf die derzeitigen Preise für Rohholz aufgeschlagen (Tabelle 1). Alle anderen Preise bleiben in der Betrachtung konstant.
Mit Hilfe eines statischen offenen Preismodells auf der Basis von Input-Output-Tabellen wird die Wirkung steigender Nadelrohholzpreise auf die Produktpreise der einzelnen Sektoren der Wirtschaft insgesamt untersucht. Es zeigt sich, dass ausschließlich die Güter des Holzgewerbes mit knapp 5% und diejenigen des Papiergewerbes mit knapp 2% Preisanstieg nennenswert betroffen sind. Auf die Produktpreise in den anderen Sektoren wirken die höheren Anschaffungskosten für Nadelrohholz mit deutlich unter 1% nur marginal (Abbildung 1).
Da sowohl das Holz- als auch das Papiergewerbe jeweils eine weite Spanne an Produktionsstufen umfassen, werden die im Einfuhrszenario zu erwartenden zukünftigen Preisanstiege für die Nadelrohholz verarbeitenden Branchen gesondert anhand deren heutiger Kostenstruktur abgeschätzt. Zu den Nadelrohholz verarbeitenden Branchen zählen die Säge-, Holzwerkstoffsowie Holz- und Zellstoffindustrie. Für sie errechnen sich im Einfuhrszenario deutlich höhere Preisanstiege. Am stärksten wäre danach die Sägeindustrie mit über 17% höheren Produktpreisen betroffen. Auch für die Holz- und Zellstoffindustrie würden sich die Produktpreise um durchschnittlich gut 13% erhöhen (Abbildung 2). Für diese beiden Branchen erscheinen die zu erwartenden Preisanstiege aber als stark wettbewerbserschwerend.

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