01 – Leinemann


TitelEinblicke in genetische Variationsmuster bei der Gattung Sorbus in Thüringen
AutorL. LEINEMANN, K. KAHLERT, W. ARENHÖVEL, W. VOTH und B. HOSIUS
HeftAFJZ 2010 - Heft 9&10
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Create Date9. May 2017
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Zusammenfassung

Das Hauptziel der vorliegenden Studie bestand in der genetischen Charakterisierung von Hybriden der Sorbus-latifolia-Gruppe in Thüringen mit Hilfe von universellen cpDNA-Markern (ccmp). Untersucht wurden insgesamt 141 Proben von insgesamt 12 Arten bzw. Sippen, darunter auch die potenziellen Ausgangsarten Sorbus aria und Sorbus torminalis. Neben den acht potenziellen und botanisch charakterisierten Hybriden (Sorbus acutisecta, Sorbus decipiens, Sorbus heilingensis, Sorbus isenacensis, Sorbus latifolia, Sorbus multicrenata, Sorbus parumlobata, Sorbus subcordata) wurden auch die Arten Sorbus pinnatifida und Sorbus intermedia einbezogen. Für eine der Sippen (Sorbus heilingensis) wurde geprüft, in welchem Umfang diese Art zur asexuellen Regeneration (Apomixis) neigt. Mit Isoenzym-Genmarkern wurden insgesamt 10 Samenbäume und 68 Nachkommen charakterisiert.

Insgesamt wurden bei der Untersuchung 10 verschiedene Haplotypen beobachtet. Zwei der Haplotypen S-9 und S-14 waren charakteristisch für Sorbus aria und Sorbus torminalis mit Häufigkeiten von jeweils ca. 70%. Andere Haplotypen kamen bei den Ausgangsarten nur selten vor. Mit Ausnahme eines Sorbuslatifolia- Hybriden zeigten alle Bastard-Mehlbeeren ausschließlich Haplotypen, die auch bei den Ausgangsarten zu finden waren. Darüber hinaus wurde ein Haplotyp S-22 beobachtet, der in einzelnen Hybrid-Arten Häufigkeiten über 50% erreichte, in den Ausgangsarten jedoch nur selten vorkommt. Möglicherweise ist daher eine dritte Sorbus-Art an der Bildung dieses Hybridkomplexes beteiligt.

Die Verteilung der Haplotypen in der Gruppe der Hybriden deutet an, dass Hybridisierung in beide Richtungen möglich ist. Die nicht verwandten Arten Sorbus pinnatifida und Sorbus intermedia sind vollständig von den Sippen des endemischen Sorbus-latifolia-Komplexes getrennt. Ergänzende Isoenzym-Untersuchungen zur Apomixis bei Sorbus heilingensis zeigten, nur bei 4% der Nachkommen zum Samenbaum identische Muster. Dies deutet daraufhin, dass Sorbus latifolia in unerwartet hohem Ausmaß zu generativer Reproduktion befähigt ist.

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