02 – Albrecht


TitelEvaluierung des Waldwachstumssimulators Silva 2.2 anhand langfristiger ertragskundlicher Versuchsflächen in Baden-Württemberg
AutorAXEL ALBRECHT, SEBASTIAN HEIN, ULRICH KOHNLE und PETER BIBER
HeftAFJZ 2009 - Heft 3&4
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Create Date10. May 2017
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Zusammenfassung

Es wurden Daten von 49 langfristigen ertragskundlichen Versuchsparzellen für Evaluierungszwecke des abstandsabhängigen Waldwachstumssimulators Silva 2.2 aufbereitet. Dabei wurden vorwiegend Buchenrein- und Fichtenreinbestände ausgewählt, deren Stammfußkoordinaten verfügbar waren. Die bekannten realen Ausscheidezeitpunkte wurden dabei Silva vorgegeben, sodass die Teilmodule Strukturgenerator, Mortalität und Durchforstung nicht evaluiert wurden. Ziele waren insbesondere die Überprüfung, ob die vorwiegend an bayerischen Daten parametrisierten Wachstumsfunktionen in Silva die Wachstumsverhältnisse der in Baden-Württemberg wichtigsten Baumarten Fichte und Buche realistisch widerspiegeln und inwieweit Silva sensitiv gegenüber unterschiedlichen waldbaulichen Behandlungen bei mittelfristigen Prognosen ist.

Grobe sowie feine Einstellungen im Standortleistungsmodul ergaben eine deutliche Unterschätzung des Oberhöhenwachstums. Um diesen Effekt, der bei Modellextrapolation zu erwarten ist, auszugleichen, wurde Silva der realistische Höhenwachstumsgang vorgegeben, indem eine Parametrisierung der Chapman-Richards- Funktion erfolgte. Mit Hilfe dieser Einstellungen wurde die Simulation gestartet und je Fläche so lange fortgesetzt, wie auch reale Messdaten vorlagen (14–34 Jahre). Abschließend wurden die Abweichungen zwischen den realen sowie den simulierten Bestandeskennwerten dg, d100, h100 und V am Ende des Prognosezeitraums berechnet.

Neben der Unterschätzung des Höhenzuwachses, die durch spezielle Anpassung behoben werden konnte, zeigte sich weiter eine deutliche Unterschätzung des Durchmesserzuwachses. Dabei waren die Abweichungen über beide Baumarten für den d100 (2,2 cm/Jahrzehnt) stärker ausgeprägt als für den dg (1,5 cm/Jahrzehnt). Weiter konnte ein Vergleich zwischen starken und schwachen Durchforstungsstärken in den Buchenbeständen aufzeigen, dass stärkere Durchforstungen zu signifikant stärkeren Unterschätzungen bei der Durchmesserentwicklung führen.

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