05 – Möhring


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Create Date 5. November 2016
Last Updated 14. March 2017
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Ausgehend vom klassischen Faustmann’schen Ansatz sollen Überlebensrisiken in das ökonomische Entscheidungskalkül integriert werden. Der deterministische Ansatz wurde hierfür mit Hilfe einer zweiparametrischen Weibull-Verteilung um Ausfallrisiken von Waldbeständen erweitert. Das Ergebnis ist ein stochastischer Ansatz bei dem das Erntealter T jedes Bestandes eine Zufallsvariable darstellt deren Eintrittswahrscheinlichkeit von der Risikostärke und dem zeitlichen Verlauf des Risikos bestimmt wird. Als Folge werden der Zahlungsstrom der forstlichen Produktion und dessen Barwert ebenfalls risikoabhängig. Ausgewählte ökonomische Aspekte wurden anhand exemplarischer Modellrechnungen auf Basis erwarteter Annuitäten eines Fichten - bestandes verdeutlicht. Die Ergebnisse belegen, dass Überlebensrisiken von Waldbeständen erhebliche Auswirkungen auf betriebswirtschaftliche Bewertungskriterien haben und bei der Waldbewertung und im Rahmen der betrieblichen Entscheidungsfindung explizit berücksichtigt werden sollten. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Optimalitätskriterium für die Umtriebszeit. Es konnte dargelegt werden, dass sich Überlebensrisiken sowohl auf den Erfolg des vorhandenen, als auch auf den aller Folgebestände auswirken und so das Optimalitätskriterium gegenläufig beeinflussen. Die Nettowirkung muss numerisch untersucht werden. Die Modellrechnungen zeigen, dass Altersrisiken tendenziell zu einer Vorverlagerung des optimalen Erntezeitpunktes, typische Jugendrisiken dagegen tendenziell zu einem Hinausschieben des optimalen Erntezeitpunktes führen. Es besteht die Hoffnung, dass der vorgestellte Ansatz für die praktische Anwendungen eine wichtige Basis zu liefern vermag. Die Flexibilität und einfache Handhabbarkeit des Modells wird sich dabei hoffentlich als hilfreich erweisen.

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