04 – Baeuerle


TitelMonitoring von Habitatbäumen und Totholz auf Basis von Stichproben
AutorHEIDI BÄUERLE, ARNE NOTHDURFT, GERALD KÄNDLER und JÜRGEN BAUHUS
HeftAFJZ 2009 - Heft 11&12
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Create Date10. May 2017
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Zusammenfassung

In dem europaweiten Schutzgebietssystem Natura 2000 werden die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, den Erhaltungszustand von Lebensraumtypen und Arten in regelmäßigen Abständen der Europäischen Kommission zu berichten. Grundlage der Bericht - erstattung ist ein Monitoring, das in den Waldgebieten der Flora- Fauna-Habitatrichtlinie derzeit im Zuge der Forsteinrichtungs - erneuerung durchgeführt wird. Gegenstand des Monitorings sind Habitatbäume und Totholz, die beide in den meisten bewirtschafteten Wäldern nur selten vorkommen. Hier wird gezeigt, dass die Schätzungen der Habitatbaumzahl und Totholzmengen, basierend auf traditionellen Verfahren mit großen Unsicherheiten behaftet sind. Dies gilt sowohl für die gutachterliche Ansprache der Forst - einrichtung als auch für das Stichprobenverfahren mit festen Probekreisen. Es wird daher ein linienförmiges Stichprobenverfahren vorgeschlagen, bei dem Transekte in regelmäßigen Abständen angeordnet werden. Beim Verfahren der Linientransektstichprobe (Line Transect Sampling, LTS) werden alle Habitatbäume und stehenden Totholzstämme, die von einer Linie aus sichtbar sind, in die Stichprobe aufgenommen. Bei herkömmlichen Verfahren der Waldinventur stellen die Navigation im Wald und die Bewältigung der Wegstrecke zwischen den einzelnen Stichprobenpunkten einen erheblichen Teil des gesamten Arbeitsaufwandes dar. Die Effizienz von Stichprobenverfahren auf der Basis von Probekreisen kann durch die Integration von Linientransektstichproben auf der Wegstrecke zwischen den Probekreisen verbessert werden. Die Kombination des LTS mit der traditionellen Waldinventur ergibt ohne erheblichen Mehraufwand deutlich verbesserte Schätzungen für die seltenen Merkmale Habitatbäume und stehendes Totholz. Das Verfahren der adaptiven Klumpenstich - probe (Adaptive Cluster Sampling, ACS), das in der Stichprobentheorie als effektives Stichprobenverfahren für seltene und räumlich geklumpte Merkmale beschrieben wird, hat sich in dieser Studie als nicht effizientes Monitoringinstrument erwiesen.

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